Der Fischländer Grenzstein im SW – Grenze zwischen Kern- und Schwemmland
Die Insel Swante Wustrow bzw. später das Fischland genannt, war früher in der Ausdehnung anders als heutzutage. Dieser Stein kennzeichnet das südwestliche Ende des pleistozänen Kernlandes und den Übergang zum Schwemmland, welches erst danach entstanden ist.
Lage des Grenzsteins und Möglichkeiten, dorthin zu gelangen
Lage des Steins - Bildquelle Google Maps
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Google Pluscode: 89WX+FW Wustrow
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Parkmöglichkeit: Parkplatz Wustrow Ortsmitte oder am Hafen
Fotos vom Stein:
Beschriftung des Steins:
Pos 54° 20' 46,4'' N
12° 23' 59,3'' E
Höhe über NN 6,51
SW Rand der ehemaligen Insel "Fischland"
Bedeutung: Die geografischen Koordinaten bezeichnen die genaue Lage des Steins. Die Angabe „6,51 m über NN“ auf dem Stein ist entscheidend. Sie verdeutlicht, dass man hier auf der sicheren Anhöhe des Kernlandes steht, während das Schwemmland deutlich tiefer liegt und früher regelmäßig überflutet wurde.
Was kennzeichnet dieser Stein nun genau?
Bis vor wenigen Jahrhunderten war die heutige Halbinsel Fischland tatsächlich eine Kette von Inseln. Der Stein steht an der Stelle, wo das feste Hochland in die Meeres- bzw. spätere Boddenwiesen abfiel.
Das pleistozäne Kernland: Das ist das „alte“ Land. Es entstand während der letzten Eiszeit (Weichsel-Kaltzeit) vor etwa 12.000 bis 17.000 Jahren durch Gletscherschübe. Es besteht primär aus Geschiebemergel, Sand und Kies.
Sehr schön ist dies am Hohen Ufer zu sehen. Dieser Bereich war ursprünglich eine echte Insel – die Insel Swante Wustrow (die Heilige Insel).
Das holozäne Schwemmland: Südwestlich dieses Punktes beginnt das Neuland. Durch Küstenausgleichsprozesse wurde über Jahrtausende Sand hier wieder angespült. So entstanden die Verlandungszonen. Der Prozess der boddenseitigen Anlandung hält auch heutzutage noch an.
Während das Kernland stabil blieb, formten Küstenausgleichsprozesse erst vor etwa 3.000 Jahren die heutige Gestalt der Halbinsel, indem sie Sand zwischen den Inselkernen anlagerten. Der Stein steht somit an der Nahtstelle zwischen dem Eiszeit-Erbe und dem dynamischen Wirken von Wind und Wellen.
Video vom Stein:
Sonstiges: Der Stein war Jahrzehnte lang verschollen und erst durch Hinweise eines Bürgers konnte er bei Bauarbeiten in der Neuen Straße geborgen, restauriert und wieder aufgestellt werden. Zusätzlich wurden Tafeln installiert, welche jedoch später wieder weggenommen wurden.
Eine Bank lädt zum Verweilen ein.
Im Frühling blühen an dieser Stelle hunderte Frühlingsblüher und Tulpen.
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