Bitte bewerte meinen Artikel!
1 1 1 1 1
Rating 5.00 (1 Vote)
Der Hafen von Ostseebad Wustrow
Zeesboote im Wustrower Hafen

Der Fischländer Hafen/Wasserwanderrastplatz in Ostseebad Wustrow: Idyll am Bodden mit maritimem Flair

Der Fischländer Hafen in Wustrow, an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns gelegen, ist ein idyllisches Plätzchen mit maritimem Flair. Umgeben von der Fischländer Kirche, dem Zweimastschoner "Stinne", den traditionellen Zeesenbooten und dem Ortsteil Barnstorf bietet er eine malerische Kulisse für entspannende Momente und abwechslungsreiche Aktivitäten.

Lage des Wustrower Hafens:

Lage des BinnenhafensQuelle: openstreetmap.org

Adresse: Hafenstraße 8, 18347 Wustrow

Link zur Google Navigation: https://maps.app.goo.gl/niANUH3yaMu3Y7Fb9

Google Pluscode: 89VX+M7 Wustrow

What3Words: ///beide.liefert.ernsthaft

Parkmöglichkeit bei Anreise mit Pkw: Parkplatz am Hafen 

Größe und Ausstattung des Wustrower Hafens:

Der Fischländer Hafen ist ein relativ kleiner Hafen mit einem kompakten Hafenbecken. Das Kernhafenbecken hat eine Länge von ca. 115 Metern und eine Breite von etwa 19 Metern. Der gesamte Hafen mit Außenliegeplätzen hat eine Länge von etwa 235 Metern und eine maximale Breite von 253 Metern. Die Wassertiefe beträgt 1,60 Meter bis 1 Meter. Der Hafen neigt zur Verschlammung und muss daher regelmäßig ausgebaggert werden.

Der Hafen verfügt über ca. 130 Liegeplätze, davon 35 Gastliegeplätze. 

inneres Hafenbecken von Wustrow

Ausstattung:

  • Sanitäranlagen (Toilette, Dusche)
  • Wasser- und Stromanschluss
  • Müllentsorgung
  • Slipanlage
  • Kran auf Anfrage

Durch die direkte Verbindung zum Saaler Bodden ist der Hafen ideal für Segeltörns und Ausflüge auf die Boddengewässer.

Das Hafenmeisterbüro ist wie folgt zu erreichen: 

Telefon: 038220 82546
Mobil: 01515 7938902
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.Zu Fuß: Das Gebäude des Hafenmeisterbüros befindet sich zwischen der Gaststätte "Am Unterfeuer" und der "Fischräucherei Dabels". 

Hinweis: Bei den Fahrradständern befindet sich eine Möglichkeit, E-Bikes aufzuladen. 

Lage Buero Hafenmeister Hafenmeisterbüro

Downloads:

Quelle: Amt Darß/Fischland

Geschichte: Von Fischern und Seefahrern

Der Hafen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Angelegt wurde er im 13. Jahrhundert als kleiner Fischerhafen. Es gab noch weitere in Richtung Ostsee, da sich dort ein Abfluss der Rechnitz befand (Permin), welcher in die Ostsee mündete und schiffbar war.

Die Vitalienbrüder und die Legende um Störtebekers Hafen

Wer heute die Idylle des Wustrower Hafens genießt, ahnt kaum, dass dieser Ort im späten Mittelalter Schauplatz echter Piratengeschichte war. Ende des 14. Jahrhunderts geriet die gesamte Ostseeregion in den Würgegriff der berüchtigten Vitalienbrüder (später auch als Likedeeler bekannt). Was als politischer Auftrag begann – die mecklenburgischen Herzöge hatten den Seeräubern „Kaperbriefe“ ausgestellt, damit sie das von Dänemark belagerte Stockholm mit Lebensmitteln (Viktualien) versorgten und dänische Schiffe kaperten –, entwickelte sich schnell zur reinsten Piraterie. Unter dem Motto „Gottes Freund und aller Welt Feind“ plünderten sie alles, was ihnen vor die Bugspriere kam.

Für diese Raubzüge war die geschützte Lage des Fischlands ideal. Der damalige Wustrower Naturhafen war über den schiffbaren Durchstich der „Permin“ (die damalige Verbindung zwischen Ostsee und Saaler Bodden) und den Ribnitzer Hafen erreichbar. Die flachgehenden Schiffe der Piraten konnten hier perfekt unterschlüpfen, während die großen, tiefgängigen Hansekoggen ihnen nicht in die flachen Boddengewässer folgen konnten.

Historisch belegt durch die alten Ortschroniken ist, dass diese Verbindung den mächtigen Hansestädten so ein Dorn im Auge war, dass die Stralsunder schließlich reagierten. Sie entsandten ihren Hauptmann Karsten Sarnow auf eine Strafexpedition gegen die „Räuber von Ribnitz“. Um das Jahr 1394 herum gelang es der Hanse oder einer nachfolgenden „Friedensflotte“, die strategische Einfahrt dauerhaft zu blockieren. Sie versenkten kurzerhand alte Schiffe im Fahrwasser und ließen sie mit Sand zutreiben. Damit war der alte Hafen für Jahrhunderte verschüttet und unbrauchbar.

Bis heute hält sich in Wustrow eine hartnäckige Legende: Die Anführer dieser hiesigen Piraten waren keine Geringeren als Klaus Störtebeker und Gödecke Michel. Die Stelle der ehemaligen Hafeneinfahrt am Permin wurde in den alten Dorfaufzeichnungen noch lange Zeit offiziell als „Störtebecks Hafen“ bezeichnet. Zudem existierte bis weit in das 19. Jahrhundert hinein ein künstlich aufgeworfener Erdhügel im Garten des Wustrower Schulzengehöfts (dem Dorfvorsteher), der im Volksmund schlicht als „Störtebecks Utkiek“ (Aussichtspunkt) bekannt war. Von dort aus, so die Sage, hielten die Piraten Ausschau nach fetter Beute auf der offenen See.

Die schwere Zeit nach den Piraten: Versandung und ein Spionage-Auftrag

Nachdem die Stralsunder den Durchstich am Permin um 1394 eigenhändig mit Sandschiffen blockiert hatten, um den Vitalienbrüdern den Rückzugsweg abzuschneiden, war der Wustrower Hafen für Jahrhunderte von der Ostsee abgeschnitten. Doch das brachte ein gewaltiges, neues Problem für die gesamte Region mit sich: Durch den fehlenden natürlichen Wasserdurchfluss und die veränderten Strömungsverhältnisse begann die Verbindung zwischen dem Saaler Bodden und den offenen Gewässern im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts massiv zu versanden. Für die Wustrower Fischer und die landwirtschaftlichen Händler der Region wurde es immer schwieriger, ihre Boote und flachen Kähne überhaupt noch sicher anlanden zu lassen.

Die Situation war so prekär, dass sich schließlich die höchste landesherrliche Ebene einschalten musste. Im Jahr 1572 fasste der mecklenburgische Herzog Johann Albrecht I. einen kühnen und für die damalige Zeit hochinnovativen Plan. Er wollte die versandeten Fahrwasser und Hafenbecken an der Boddenküste systematisch freibaggern lassen, um den Handel wieder anzukurbeln. Das Problem dabei war: In ganz Norddeutschland gab es damals überhaupt keine Technik, die mit solchen Schlammmassen fertiggeworden wäre.

Das unbestrittene Hightech-Zentrum des weltweiten Wasserbaus war zu dieser Zeit die Republik Venedig. Die Venezianer hatten über Jahrhunderte hinweg hochkomplexe, schwimmende Baggergeräte, Schlammreinigungsmaschinen und Pfahlgründungstechniken entwickelt, um ihre Lagunenstadt vor dem Versinken und Verlanden zu schützen. Diese Konstruktionspläne behütete der venezianische Senat allerdings wie ein Staatsgeheimnis – auf den Verrat von Technologie stand in Venedig die Todesstrafe.

Herzog Johann Albrecht I. schreckte das nicht ab. Er initiierte eine waschechte, verdeckte Spionageoperation. Er entsandte vertrauenswürdige mecklenburgische Baumeister und Agenten über die Alpen nach Italien. Ihr geheimer Auftrag lautet: Sie sollten die venezianischen Hafenanlagen auskundschaften, die Funktionsweise der geheimen Schlammbagger studieren und – wenn irgendwie möglich – die Konstruktionszeichnungen kopieren und nach Mecklenburg schmuggeln.

Die Spionagereise hatte tatsächlich Erfolg. Die Agenten brachten die wertvollen Erkenntnisse über die Funktionsweise der venezianischen Wassermaschinen unbemerkt nach Hause. Auf Basis dieser geheimen Pläne wurden an der mecklenburgischen Küste die ersten funktionsfähigen Baggergeräte nachgebaut. Auch wenn die vollständige und dauerhafte Offenhaltung des Wustrower Fahrwassers aufgrund der Naturgewalten ein ewiger Kampf blieb, markierte dieses Spionage-Abenteuer im Jahr 1572 den Beginn des modernen, technologischen Wasserbaus in unserer Region.

Im 16. Jahrhundert erfolgte der Ausbau des Hafens zu einem Handelsplatz, der im 18. Jahrhundert seine Blüte erreichte. Waren es früher ausschließlich Segelschiffe, so fuhren später auch regelmäßig Dampfschiffe den Wustrower Hafen an.

Hafen Wustrow 2022

Später verlor der Hafen mit dem Ausbau der Eisenbahn und der Schaffung einer Straße nach Fischland/Darß/Zingst an Bedeutung. Mit dem Aufkommen des Tourismus wandelte sich der Hafen zunehmend zu einem beliebten Ziel für Wassersportler und Urlauber.

Nach der Wiedervereinigung wurde das Hafenbecken auf der rechten Seite verbreitert. 2018 wurde auch die linke Seite saniert. Ein moderner AHA Hafenkran wurde 2019 in Betrieb genommen, Bäume gepflanzt und Bänke aufgestellt. 

Hafenkran im Hafen Wustrow Hafenkran 02 Hafenkran 03

Aktuell kann der Hafenkran wie folgt genutzt werden (steht direkt am Hafenkran dran):

Kranen von Montag bis Donnerstag: 10:00 Uhr bis 14:30 Uhr, Freitag von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Drei Tage vorher anmelden unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder Telefon: 015157938902

Parkmöglichkeit am Wustrower Hafen:

Du kannst das Auto direkt am Hafen auf einem großen Parkplatz (gebührenpflichtig) abstellen. Siehe Parkplatz am Hafen 

Sehenswürdigkeiten direkt am Wustrower Hafen:

Die alten Wustrower Zeesboote:

Ein Zeesboot, auch Zeesenboot genannt, ist ein traditionelles Segelboot, das früher von Fischern, besonders in den Boddengewässern Mecklenburg-Vorpommerns, eingesetzt wurde.

Zeesboot im Hafen Wustrow

Hier sind einige charakteristische Merkmale der Zeesenboote:

  • Flacher Rumpf: Durch ihren geringen Tiefgang konnten sie problemlos in flachen Gewässern eingesetzt werden.
  • Segel: Die Segel der Zeesenboote sind meist rotbraun gefärbt. Diese Färbung erhielten sie durch eine traditionelle Imprägnierung mit natürlichen Materialien wie Eichenrinde, Ockererde, Leinöl und Rindertalg.
  • Größe: Zeesenboote sind in der Regel bis zu 12 Meter lang.
  • Name: Der Name leitet sich vom verwendeten Fanggerät, der Zeese, einem sackförmigen Netz, ab.

Zeesenboote waren früher weitverbreitet, ihre Blütezeit lag im 18. Jahrhundert. Heutzutage werden sie kaum noch zum Fischfang genutzt, sie sind aber immer noch ein beliebtes Motiv für Freizeitkapitäne und Touristen.

Sehenswürdigkeiten in der weiteren Umgebung des Wustrower Hafens:

  • Die Wustrower Kirche
  • Das Segelschiff "Stinne"
  • Barnstorf und die Kunstscheune
  • Alte Häuser in der Neuen Straße

Mögliche Aktivitäten am Wustrower Hafen:

Der Wustrower Hafen seinen Besuchern vielfältige Freizeitmöglichkeiten. 

Wassersportler finden hier optimale Bedingungen zum Segeln, Surfen, Angeln und Kanufahren. Ein Bootsverleih ermöglicht es, Boote zu mieten und die Umgebung vom Wasser aus zu erkunden.

Der Fischländer Hafen ist außerdem ein beliebter Ausgangspunkt für Radtouren und Wanderungen auf dem Fischland-Darß-Zingster Boddenkette. In der Umgebung befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wie die Fischländer Kirche, die Stinne oder Barnstorf.

Auf der rechten Seite des Hafenbeckens befinden sich am Ende auch noch eine Töpferei und Segelschule. 

Empfehlenswert ist eine Dampferfahrt mit dem Fahrgastbetrieb Kruse und Voß. Das große Fahrgastschiff ist im Hafenbecken nicht zu übersehen. Mit diesem kannst Du entweder einen Ausflug zu den Bülten (kleine Inseln im Bodden) machen oder eine Linienfahrt nach Ribnitz-Damgarten. Dafür stehen sogar zwei Fahrgastschiffe zur Verfügung - die MS "Boddenkieker" und die MS "Ostseebad Wustrow". Es gibt auch Sonderfahrten wie zu den Kranichen oder Abendfahrten. Preise und Abfahrtzeiten findest Du auf der Webseite des Fahrgastbetriebes Kruse und Voß GmbH.

Wenn Dir Dampferfahrten zu modern sind, kannst Du auch mit einem alten Zeesboot fahren. Du findest die "Butt" und "Bill" gleich neben der "Fischräucherei Dabels".  Die Ausfahrten dauern etwa 1,5 Stunden. Auch individuelle Fahrten sind nach vorheriger Vereinbarung möglich. Du findest aktuelle Informationen und Preise auf der Webseite www.zeesboot.de

Wustrower Hafen - Zeese Butt

Falls Du einfach nur am Hafen entspannen möchtest, ist dies auch kein Problem. Zahlreiche Bänke entlang des Hafenbeckens laden zum Verweilen ein. 

Kinder: Auf der rechten Seite des Hafenbeckens am Ende hinter dem Restaurant "Am Unterfeuer" befindet sich ein Kinderspielplatz

Essen und Trinken am Wustrower Hafen:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Hunger und Durst am Hafen zu stillen. So gibt es direkt am Hafenbecken die "Fischräucherei Dabels" und das Restaurant "Am Unterfeuer". Kurz davor auf der linken Seite der Hafenstraße befindet sich das "Fischhus" mit einem Selbstbedienungsrestaurant und einigen Imbissständen. Bei allen Essensmöglichkeiten hast Du die Möglichkeit zum Sitzen mit dem Blick auf den Hafen und das Wasser. 

Veranstaltungen am Hafen in Ostseebad Wustrow:

  • Kleine Fischländer Wettfahrt: Jährliche Segelregatta für Netz- und Arbeitsboote, mit Markttreiben und Rahmenprogramm
  • Zeesbootregatta: Segelregatta der Zeesboote mit buntem Rahmenprogramm
  • Herbstfest: Gemütliches Fest mit Disco
  • Kurkonzerte: Regelmäßige Auftritte von Sängern und Gruppen auf der Bühne am Hafenbecken

Buehnenprogramm im Hafen von Wustrow

Dann wünsche ich Dir erholsame Stunden und schöne Momente am Hafen in Ostseebad Wustrow. 

Gero Kurtz (Admin)

Kommentare powered by CComment